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Über uns & Geschichte seit 1877

Freiwillige Feuerwehr Roschau

Freiwillige Feuerwehr Roschau - seit 1877 für unsere Heimat im Einsatz

Die Freiwillige Feuerwehr Roschau steht für Sicherheit, Zusammenhalt und gelebte Verantwortung – und das seit über einem Jahrhundert. Ihre Wurzeln reichen jedoch noch weiter zurück: Schon lange bevor es eine organisierte Feuerwehr gab, beschäftigte sich die Gemeinde Roschau (mit ihren Ortsteilen) intensiv mit dem Thema Brandschutz und schaffte nach und nach die nötigen Geräte an.

Frühe Feuersicherheit: Eimer, Leitern und Wasserkuffer

Im ersten noch vorhandenen Gemeindebuch sind bereits grundlegende Feuerlöschgeräte dokumentiert: Wasserkuffer (hölzerne Wasserfässer auf Kufen), Leitern, Haken („Haggen“) sowie Wassereimer aus Leder. Anfangs waren diese Ausrüstungsgegenstände vor allem in Raschau und Görnitz vorhanden, später kamen Anschaffungen für Aich, Fichtlmühl, Hammerharlesberg, Harlesberg und Wiedenhof hinzu.

Ein wichtiger Schritt war die Beschaffung von 16 Ledereimern im Jahr 1821 – zuvor wurden Feuerlöscheimer teils sogar aus Stroh geflochten. 1836 folgte die Anschaffung von zwei Wasserkuffern, die besonders im Winter genutzt wurden und beim jeweiligen Ortsvorsteher „unter der Schupfe“ standen. 1838 kamen schließlich zwei blecherne Handspritzen dazu – ein weiterer Fortschritt für die damalige Zeit.

Auch die Organisation spielte bereits früh eine Rolle: In Roschau und Görnitz gab es Feuerleiterhäuschen, deren Zustand regelmäßig kontrolliert wurde. Wurden bei Feuerbeschauen Mängel festgestellt, konnten sogar Strafen fällig werden – ein Zeichen dafür, wie ernst das Thema Brandschutz bereits damals genommen wurde.

1877: Moderne Technik – und die Geburtsstunde der Feuerwehr

Ein echter Meilenstein war das Jahr 1877: Auf Weisung des königlichen Bezirksamtes Neustadt/WN wurde eine moderne Saug- und Druckspritze beschafft – mitsamt Hanfschläuchen, Messingverschraubungen, Strahlrohr und umfangreichem Zubehör. Geliefert wurde sie von der Königlichen Hof-Löschmaschinenfabrik Dominik Kirchmaier & Sohn aus München. Der Kauf war für die Gemeinde eine enorme Investition: Zur Finanzierung wurde ein Darlehen aufgenommen, das bis 1881 in Raten zurückgezahlt werden musste. Für die Unterbringung der neuen Spritze wurde außerdem ein Gerätehaus nahe dem Dorfweiher an das Hirtenhaus angebaut.

Im Protokoll der Gemeindeversammlung vom 2. September 1877 wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zunächst noch zurückgestellt – doch schon kurze Zeit später muss sich der Wille zum Aufbau einer organisierten Truppe durchgesetzt haben: Im Bezirksverbands-Dienstbuch ist als Gründungsdatum der 9. September 1877 vermerkt. Damit beginnt die Vereinsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Roschau.

Alarmierung, Ausrüstung und klare Regeln

In den Folgejahren wurde nicht nur die Technik weiter verbessert, sondern auch die Alarmierung geregelt. 1885 legte die Gemeinde fest, wie bei Bränden in den Ortsteilen alarmiert wird – unter anderem durch Glockensignale (ohne Absetzen bei Ortsbränden, mit Pause bei auswärtigen Bränden). Für abgelegene Einöden wurden Feuerboten eingesetzt. Zusätzlich sollte der Signalist der Feuerwehr – Sebastian Greiner – im Ernstfall mit der Trompete Lärmzeichen geben.

Ebenfalls 1885 wurden weitere Anschaffungen beschlossen: Kupplungen, Saug- und Druckschläuche, Armbinden, Laternen, Schlauchhalter sowie später auch Dachleitern und Hacken. 1897 und 1898 folgten weitere Beschlüsse, unter anderem zur Beschaffung von Schläuchen sowie zur Verpflegung ausrückender Mannschaften (Verpflegungsmarken). Auch ortspolizeiliche Vorschriften wurden erlassen – Brandschutz war längst nicht mehr nur „Gerätefrage“, sondern Teil verbindlicher Regeln.

1906: Stärkeres Vereinsleben und Übungen

Ein bedeutender Einschnitt für das Vereinsleben war 1906: In einer Versammlung traten unter anderem Bürgermeister, Gemeindeverantwortliche und der Lehrer als Gemeindeschreiber der Feuerwehr bei. Es wurden Funktionen gewählt (Vorstand, Schriftführer, Zugführer) und beschlossen, dass unentschuldigtes Fernbleiben von Übungen künftig geahndet wird – ebenso bei Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr. Als Losungswort sollte fortan gelten:

„Einer für alle – alle für einen.“

Motorisierung und Neubauten: 1934 bis 1941

In den 1930er Jahren kam die Motorisierung: 1934 entschied sich die Gemeinde nach Abstimmung für den Kauf einer **Motorspritze (Flader „Siegeria“) ** samt Zubehör und Schläuchen. Kurz darauf wurden auch ein Transportwagen sowie ein Unterstellraum im Hirtenhaus genehmigt.
1941 folgte ein weiterer Meilenstein: Anstelle des alten baufälligen Hirtenhauses sollte ein neues Feuerhaus entstehen. Der Bau wurde beschlossen und umgesetzt – mit Zuschüssen und hohen Eigenleistungen.

Wiederaufbau, Ausbildung und Modernisierung nach 1945

Nach dem Krieg wurde die Feuerwehr neu organisiert: 1949 sollte eine Feuerwehrversammlung die Wahl von Kommandanten und Ausschuss anstoßen. In den 1950er und 1960er Jahren folgten Regelungen zur Feuerschutzabgabe, Verbesserungen bei Wartung und Ausbildung sowie klare Entscheidungen gegen eine Auflösung der Wehr. Besonders in den Jahren 1962 bis 1966 wurde deutlich: Die Feuerwehr sollte fortbestehen – und wieder auf einen starken, zukunftsfähigen Stand gebracht werden. Dazu gehörten Renovierungen, Uniformbeschaffungen, Satzungen und die Anschaffung neuer Geräte.

Löschwasserversorgung als Schwerpunkt: 1970er Jahre

Ab 1970 rückte die Löschwasserversorgung in den Mittelpunkt: In Gömitz sowie später auch in Harlesberg wurden Löschwasserbehälter geplant und beschafft, Darlehen aufgenommen und zusätzliche Maßnahmen wie das Entschlammen des Dorfweihers in Roschau beschlossen. Diese Projekte stärkten die Einsatzfähigkeit nachhaltig – gerade in Ortsteilen mit schwieriger Wasserversorgung.

Höhepunkte der Vereinsgeschichte: Fahnenweihe, Jubiläen und neues Gerätehaus

Zu den besonderen Höhepunkten zählen die Fahnenweihe 1975, das 100-jährige Gründungsfest 1977 sowie das 110-jährige Jubiläum 1987.
Ein weiterer Meilenstein – und für viele einer der größten Höhepunkte – war die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses 1997, verbunden mit dem 120-jährigen Gründungsfest. Der Bau entstand von 1995 bis 1997 mit nahezu 4000 freiwilligen Arbeitsstunden sowie zahlreichen Maschinenstunden und Spenden – ein beeindruckendes Zeichen für den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft in Roschau und den Ortsteilen.

Heute: Einsatz für alle – aus Tradition und Überzeugung

Die Freiwillige Feuerwehr Roschau ist aus der Gemeinde nicht wegzudenken. Was mit einfachen Eimern, Leitern und Wasserkuffern begann, hat sich über viele Generationen zu einer modernen und engagierten Feuerwehr entwickelt. Technik und Anforderungen haben sich verändert – doch der Kern ist geblieben:

Wir sind da, wenn Hilfe gebraucht wird. Ehrenamtlich. Verlässlich. Gemeinsam.